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Raspberry PI & Amateurfunk – Software und Hardware

Das ich so oft über Linux und experimentelle Computer schreiben werde, hätte ich vor einem Jahr für ausgeschlossen gehalten. Jedoch ist der Raspberry PI ein Gerät was nicht nur mich interessiert, sondern weltweit wohl viele hundert Tausend Menschen. Abmessungen, Gewicht, Stromverbrauch und die Möglichkeit bekannte, und nicht nur minimale Embedded-Linux Distributionen zu installieren, haben wohl die Verbreitung des Raspberry PI auch unter Funkamateuren mehr als begünstigt. Einige, aus meiner Sicht, interessante „Raspberry PI Amateurfunk-Projekte“ sollen nachfolgend angesprochen werden.

Raspberry PI und Amateurfunksoftware lösen Draht und Spule ab

wspr-bake-raspberryFür mich die verblüffendste Amateurfunk-Anwendung ist das WSPR-Projekt. Grundsätzlich ohne jede weitere Hardware als den Raspberry PI selber, kann man mittels einer kleinen Software sofort auf Sendung gehen. Die ca. 10mW werden dabei direkt von einem Pin angenommen. Die Sende-Frequenz und alle anderen wichtigen Parameter werden mittels der kleinen Software namens „WsprryPi“ eingestellt. Da natürlich Bauteiltoleranzen des RPI berücksichtig werden müssen, sollte man die eingestellte Frequenz mit der tatsächlichen Sendefrequenz überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Ein Bandpassfilter ist ebenfalls sehr vorteilhaft.

Im Scherze habe ich mal behauptet, wenn WSPR geht, dann geht auch CW und SSB. Dies ist mit SSB mittlerweile wohl Realität geworden.

  • WsprryPi – Download der Software und readme
  • SSB Modulation mit „nichts“ außer Software und einem Raspberry

Bandfilter zum aufstecken – geschaltet per (WSPR) Software

Vor einigen Monaten wurde ein per Software schaltbarer Filter für den Raspberry PI vorgestellt. Somit ließe sich wohl eine automatische WSPR-Bake betreiben die selbstständig Bandwechsel vornimmt und dann die entsprechenden Bandfilter gleich mit umschaltet.

APRS & Raspberry PI – ein weites Thema

aprs-raspberry-piFunkamateure die Freude daran haben stets die Koordinaten ihres Aufenthaltsortes für andere zu dokumentieren, waren sicher schon früh von diesem kleinen Stromsparwunder begeistert. Gerade für APRS gibt es mittlerweile viele Kochrezepte für I-Gates, Digis oder Tracker. Alles was das Koordinaten-Herz begehrt passt in die kleine Rechenmaschine. Nun gut, außen rum noch ein paar Kabel und ein Funkgerät sind wohl nötig.

Selbst für einen TNC (Terminal Node Computer) gibt es mittlerweile eine super Lösung. Ein TNC der einfach auf den Raspberry PI gesteckt wird. Wenn man größeres vorhat, können auch zwei TNC-Pi aufeinander gesteckt werden. Dabei ist der TNC-Pi nicht mal teuer. Mit derzeit 40$ exkl. Versand ist man dabei. Als ich noch Packet Radio gemacht habe, waren die Preise in anderen Regionen zu suchen. Leider haben sich die Preise für Kurzwellen-Transceiver nicht in dieser Form entwickelt.

D-STAR darf nicht fehlen

Nicht weniger bemerkenswert sind die Entwicklungen auf dem Feld D-STAR. Ich habe wegen verschiedener Aspekte D-STAR für mich vorerst aufgegeben. Selbstverständlich hat es seine Daseinsberechtigung und so wird es bald ein Board geben, welches sich auf den Rasperry-PI stecken lässt. Dieses D-STAR-Board mit dem Codenamen „PiGMSK“ wird auf die GPIO-Leiste des Raspberry gesteckt und verwandelt das ganze in einen mini-HotSpot.

SDR Empfänger und SDR-Server

sdr-server-raspberryVor einiger Zeit ist bekannt geworden, dass man USB-Sticks mit dem RTL-2832U-Chip auch wunderbar als SDR-Empfänger benutzen kann. Diese USB-Geräte sind für relativ wenig Geld zu bekommen und sind bekannt als DVB-T-Stick, meistens mit FM Radio. Nicht nur das man mit einem Raspberry PI und einem solchen USB-Stick auf einfache Weise einen SDR-Empfänger stricken kann, selbst für einen SDR-Server gibt es eine Bauanleitung. So kann der SDR-Empfänger getrennt vom Bediener stehen und mehrere Leute können aus der Ferne via Internet auf den Empfänger zugreifen.

  • SDR Server eine Installations- und Konfigurationsanleitung

DX on Linux – DXSpider

In einem früheren Artikel habe ich beschrieben wir man den Raspberry PI als Server für DX-Cluster verwenden kann. Da es thematisch gut zu diesem Artikel passt, möchte ich auch hier nochmal darauf verlinken.

Satellitenbahnen berechnen und beobachten

Wer in Real Time die Flugbahnen von Satelliten verfolgen oder vorausberechnen  möchte, kann auch den kleinen Raspberry PI dafür nutzen. Es ist keine spezielle Entwicklung für den Kleinstrechner, soll aber hier dennoch Erwähnung finden. Vielleicht ist „Gpredict“ auch eine gute Beschäftigung für den PI wenn man doch keine dauerhafte Verwendung für den Raspberry gefunden hat. Gpredict sieht nett aus, auf dem Bildschirm bewegt sich was und es hat was mit Amateurfunk zu tun.

Eine komplette Station fernsteuern – Rotor, Temperatur-Sensoren, Webcam, CW

Ich selbst habe mir vor einiger Zeit das System „Remoterig“ von microbit gekauft. Ein äußerst solides und funktionelles System. Leider fehlt es mir im Moment an einem sinnvollen Standort. Aber hier soll es um Rasperry PI Anwendungen gehen. Der Anbieter „RemoteQTH“ bietet offensichtlich auch ein umfangreiches System, Raspberry-basierend an. Für mobile Endgeräte gibt es Apps.

  • RemoteQTH – Fernsteuern einer Amateurfunkstation

Die Webseite bietet viel Informationen und Kombinationen von Funktionen. Wer interesse an einer Internet-Fernbedienung hat, sollte sich dort etwas umschauen.

Zum Schluss noch ein paar Basics zu dieser kleinen Wundermaschine.

Ganz sicher habe ich weitere spannende Entwicklungen für den Raspberry PI & Amateurfunk nicht erwähnt. Einige werden noch kommen.

Kennst du interessante Soft- oder/und Hardware?

 

 

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Kategorie: OSX/Win/Linux Stichworte: , , ,

3 Responses to "Raspberry PI & Amateurfunk – Software und Hardware"

  1. DO3OA Janek sagt:

    Hallo Ron, gibt es für das Cluster eine einfachere möglichkeit

  2. DG5VE, Sigmar sagt:

    Hallo,

    inzwischen gibt es auch TNC-Lösungen auf Arduino-Basis:

    https://www.george-smart.co.uk/wiki/Arduino_TNC

    http://www.mobilinkd.com/2014/09/11/arduino-kiss-tnc/

    Diesen Ansatz finde ich auch sehr interessant.

    ’73

  3. Klaus sagt:

    Hallo,

    meine Katze hat einen Peilsender der auf AM 416,220 MHz ein Echo—Signal sendet. Dieses Echo—Signal kann ich mit einem Handscanner hören und in Abhängigkeit der Echo—Signal Lautstärke den Peilsender orten. Ist es möglich mit dem RasPi und eventuell Zusatz—HW dieses Echo—Signal Auf der Frequenz AM 416.220 MHz zu empfangen und die Echo—Signal Stärke auszuwerten?

    Danke für Eure Antworten

    Gruß Klaus

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DL7VDX, Ron, DOK D20 .