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Cloud-Dienste – Die Dropbox als virtueller USB-Stick

Seit längerer Zeit erzählen Medien, Nerds und coole IT-Leute mit ihren albern wirkenden Nerd-Brillen (Brillen mit zu großen Gläsern und dicken schwarzen Rahmen) wie fortschrittlich, wichtig und natürlich cool die sogenannten Clouds sind. Die Daten-Clouds gestatten das speichern Daten aller Art auf Servern im Internet. Die Server werden von privaten Unternehmen betrieben. Die bekanntesten Anbieter nennen sich Amazon oder Dropbox. Auch Apple bietet seinen Kunden einen solchen Service namens iCloud. Und sie alle wollen nur eines – alle Daten, denn Daten bedeuten Geld.

Es gab eine Zeit in Deutschland, da war es nicht selbstverständlich alles was man hat zu teilen. Hiermit meine ich nicht Brot oder Geld, sondern private oder gar intime Teile des Lebens. Selbst eine einfache Volkszählung hat vor einiger Zeit noch für Landesweite Unruhe im Volk gesorgt.

Unkritischer Konsum ist cool.  Es wird alles gefressen was kostenlos serviert wird.

Heute muss alles geteilt werden. Ob es Fotos sind, momentane Gefühlszustände, ob man gestern besoffen in der Gasse lag und das man gerade Stress mit seinem Partner/Partnerin hat. Es werden vollkommen selbstverständlich komplette Adressbücher auf Facebook hochgeladen. Umfangreiche Lebensläufe werden wie von Facebook gewünscht, brav eingetippt und freigegeben. Auch gleich der komplette Freundeskreis, die Verwandtschaft, ehemalige und aktuelle Arbeitgeber und viele weitere scheinbar kleine und unwichtige Angaben werden gemacht, bekanntgegeben und freigegeben. Nicht wenige denken,  sie wären besonders clever weil man Fake-Namen und Emails benutzt. Das jedoch spielt heute fast keine Rolle mehr.

Aber wozu Fake-Acconts, man hat ja nichts zu verbergen?

Wer heute im Internet nicht mindestens teilweise  blank zieht, hat irgendwas zu verbergen und wer was verbirgt macht irgendwie krumme Dinger, oder ist mindestens ein „Bettnässer“ und muss sich als paranoid belächeln lassen. Aber die Kreditkartennummer wollen sie mir trotz „ich habe nichts zu verbergen“ nicht nennen.

 

Clouds schlucken dankbar alle Deine Daten

Wenn wir unseren Blick auf die verlockenden Clouds richten, ließe sich ein Bild zeichnen, deren Schattierungen deutlich dramatischer wären.  Viele Leute laden automatisch ihre Fotos, Kontakte, Mails etc. in eine Cloud.

Das unproblematische synchronisieren von Daten zwischen verschiedenen Endgeräten ist auch verlockend. Das war schon zu meiner C64-Zeit einer meiner kleinen Träumchen.

Aber zu welchem Preis? Es sind nicht nur private Leute,  sogar ganze Unternehmen laden ihre kompletten Daten in die  Cloud. Private Dinge aller Art, Geschäftsberichte, Mitarbeiterdaten, Quellcode von Softwareentwicklungen oder prinzipiell sensible Daten. Dies  alles landet in Clouds, irgendwelche Server in anderen privaten Unternehmen und nicht selten sogar in den USA. Man kann so schnell Daten zwischen verschiedenen Standorten tauschen ohne zig verschiedene Versionen zu generieren. Man hat Daten auf sämtlichen Endgeräten sofort verfügbar. Dem Notebook, auf dem Handy und dem Tablet. Was wer damit anstellt weiß keiner, wir hoffen jedoch nur das Beste. Von Sicherheit kann keine Rede sein. Sony hat sich 2011 100.000.000 Kreditkarten stehlen lassen, gut es ist kein Cloud-Anbieter, aber ein Mega-Konzern mit vielen Kundendaten. Anfang 2013 wurden bei Evernote mindestens 1.000.000 Nutzerzugänge der Cloud gestohlen. Dort sind zig-Millionen Datensätze aus Notizbüchern gespeichert.

Welchen Zugriff staatliche Organe auf die Server haben ist unklar. Zumindest berichtet Google von einem stetig steigenden „Auskunftsersuchen zu Nutzerdaten“, dazu gehören natürlich auch Google-Drive, die Cloud. Wer sich mit den Einmischungsversuchen und der Neugier staatlicher Organe etwas mehr beschäftigen möchte, kann gerne ein wenig in Googles Transparenzbericht umher klicken.

Der Witz ist… ich wollte was ganz anderes.

Eigentlich wollte ich ein paar Zeilen über den  Cloud-Anbieter „Dropbox“ verlieren. Denn, obwohl ich im Grunde meines Herzens ein Cloud-Nicht-User bin nutze ich die Dropbox als online-USB-Stick für „unkritische“ Daten. So sichere ich zum Beispiel vollautomatisch jeden Tag diese Webseite (www.dl7vdx.com). Wenn aus irgendwelchen Gründen Daten verloren oder zerstört sind, gibt es eine Sicherung in der Cloud, auch von der Datenbank.  Vor einiger Zeit gab es im Deutschlandfunk in der Sendereihe „Die lange Nacht über…“ eine äußert interessanten und ausführlichen Bericht über „Die Telegrafisten der Meere“ bei dem Funkamateure zu Wort kamen. Diese habe ich dort gespeichert und jeder der möchte kann ihn sich aus meiner Dropbox laden und anhören.

Auch könnte man dort zum Beispiel sein Logbuch speichern und so von jedem mit Internet versorgten Punkt der Welt zugreifen. Selbstverständlich kann man selbst entscheiden ob und wer Zugriff hat.

Bis zu einem bestimmten Speichervolumen ist die Dropbox kostenlos. Jeder kann sich dort anmelden und sofort zulegen. Mit folgendem Link gelangt man zu Anmeldung:

Dropbox Anmeldung

Kostenlos anmelden und loslegen

Wer bis zum Ende dieses Artikels Ausdauer beim Lesen bewiesen hat, weiß nun was ich eigentlich zum Hauptthema machen wollte.

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One Response to "Cloud-Dienste – Die Dropbox als virtueller USB-Stick"

  1. ocean sagt:

    Dem oben genannten kann ich voll zustimmen. Auch ich nutze seit Jahren Dropbox. Im Studium hat unsere Lerngruppe ein gemeinsames Verzeichnis genutzt um Mitschriften oder Scripte und Projekte nutzen zu können, aber wenn man sich die aktuelle Werbung eines eMail Anbieters ansieht, dann fliegt zumindest mir das Blech weg. Vorallem die irrige Annahme, das Internet sei sicher und überall mit hoher Geschwindigkeit kostenlos verfügbar ist völliger Unsinn. Da klappt ja entgegen der Werbung des ersten Telefonanbieters der Bundesrepublik selbst in Deutschland nicht (von in manchen Technologien festgelegten Datenvolumina einmal ganz abgesehen). Schonmal in Afrika gewesen? Kein Internet, noch nicht einmal 3G Telefon Netz.

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DL7VDX, Ron, DOK D20 .